Anzuchtschalen mit Tomaten
Gesundheit und Ernährung

Tomatenzucht 2020, der große Start mit 24 Sorten.

Die Garten- und Tomatensaison 2020 beginnt nun endlich und wir Grünstädter können in das große Abenteuer Garten und Selbstversorgung starten.

Wir haben uns bereits im letzten Jahr viele Gedanken gemacht, was wir in unserem Garten anbauen, umbauen und aufbauen wollen. Und die Liste ist wirklich lang und hat einige echt coole Ideen darauf stehen …
Vieles können wir jedoch nicht direkt im ersten Jahr umgesetzen.

Aber einen Punkt auf der Liste, muss einfach direkt als Erstes umgesetzt werden. Und zwar der Start in die Tomatenzucht! Tomaten sind einfach ein tolles Gemüse und eignen sich perfekt für Selbstversorger. Ihr Geschmack ist köstlich und dank der zahlreichen Sorten wirklich vielfältig. Wer schon einmal den geschmacklichen Unterschied zwischen einer gekauften und einer selbst angebauten Tomate erlebt hat, weiß was ich meine!

Bei der Auswahl der Sorten, die angebaut werden sollten, waren wir vielleicht etwas überambitioniert. Denn es sind in Summe 24 Sorten geworden. Von den kleinen Cocktailtomaten bis zu riesigen Fleischtomaten, von Rot über Gelb bis zu Weiß, ist also für jeden Geschmack etwas dabei.

Tomatenjungpflanzen in Anzuchtschalen
Tomatenjungpflanzen

Natürlich stellt sich jetzt der eine oder andere die Fragen warum ausgerechnet 24 verschiedene Sorten?!

Diese Frage lässt sich schnell und einfach beantworten: Sowohl ich als auch meine Frau haben unabhängig von einander Tomatensamen bestellt und sie uns gegenseitig zum Geschenk gemacht.

Das klärt jedoch nicht, warum wir auch alle Sorten anziehen … Das stimmt! Jedoch gibt es bei Tomatensamen immer einen kleinen Haken: Die Keimfähigkeit. In der Regel lässt die Keimfähigkeit von Tomatensamen nach einem Jahr rapide nach, sodass nur noch wenige Samen überhaupt keimen. Um dies zu verhindern, haben wir uns entschlossen einfach alle Sorten anzuziehen.

Aber welche Sorten haben wir denn nun genau in den Anzuchttöpfchen? Hier ist eine Liste aller Tomatensorten, die wir in diesen Jahr anziehen.

Die Tomatensorten

Die Anzucht

Für unsere Anzucht haben wir ein Gemisch aus einem Teil gedämpfter Anzuchterde und zwei Teilen Kokossubstrat verwendet. Bei der Aussaaterde/-Substrat ist es wichtig, darauf zu achten, dass wenig Nährstoffe vorhanden sind. Denn die Pflanzen sollen nicht zu schnell in die Höhe schießen, sondern sich langsam auf ein kräftiges Wurzelwachstum konzentrieren. Das gilt übrigens für alle Pflanzen, die angezogen und pikiert werden sollen! 😉

Als Schalen zum Anziehen haben wir einfach alte Plastikschalen von gekauften Obst und Gemüse verwendet. Besonders gut eignen sich flache Holzstiegen, in denen manchmal Erdbeeren verkauft werden.

Die Schalen werden nun etwas mehr als halb voll mit der Anzuchterde befüllt und die Samen in kurzen Abstand in die Erde gedrückt. Anschließend werden die Samen mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt, welche leicht angedrückt wird. Die Erde sollte jedoch zu stark verdichtet werden, da sonst beim Pikieren die kleinen Wurzeln abreißen könnten.

Die ersten Triebe erblicken das Licht der Welt.
Die ersten Triebe!

Bereits nach etwas ein bis zwei Wochen haben die ersten Pflänzchen ausgetrieben. Es ist wirklich erstaunlich, wie unterschiedlich die einzelnen Sorten austreiben! In unserem Fall waren die Cocktailtomaten am schnellsten. 😎

TIPP: Eine wirklich wichtige Sache, die ihr bei der Aussaat nicht vergessen solltet, ist die Beschriftung. Denn an den Setzlingen lässt sich die Sorte später nicht erkennen!

Tipp: Wenn ihr die kleinen Pflänzchen immer mal in leichten Wind stellt oder vorsichtig mit der Hand darüber fahrt, stärkt das die Triebe und sorgt später für eine bessere Stabilität der Tomatenpflanze.

Tomatensetzlingen in Anzuchtschalen
Zwei Wochen nach der Aussatz sind bereits 19 von 24 Sorten gekeimt.

Das Pikieren

Kurze Erklärung: Beim Pikieren werden die Jungpflanzen aus den Anzuchttöpfchen in größere Töpfe vereinzelt.

Nach dem die Pflänzchen die ersten Laubblätter gebildet haben, können wir sie pikieren. Die Laubblätter erkennt man an der typischen Tomatenblattform. Die beiden Keimblätter unterscheiden sich deutlich!

Tipp: In diesem Arbeitsschritt kann man direkt die Spreu vom Weizen trennen! Pikiert nur so viele Pflanzen, wie ihr braucht und nehmt dabei die größten und stärksten Pflanzen.

Wir nutzen für das Pikieren einen einfachen selbst gemachten Pikierstab, jedoch geht es genauso gut mit einem Bleistift! Als neues Zuhause für unsere Pflanzen verwenden wir eckige Töpfchen mit 9×9 cm Seitenlänge. In diesen Töpfchen haben die Pflanzen ausreichend Platz um bis zur Auspflanzung kräftig zu wachsen. Darüber hinaus eignen sich diese Töpfe hervorragend um einige der zahlreichen Pflanzen an Familie, Freunde, Nachbarn und Bekannten weiter zu geben. 😁

Wenn ihr die einzelnen Tomatenpflanzen nun aus den Anzuchtschalen holt, sollte ihr unbedingt darauf achten, dass der Stängel nicht beschädigt oder gequetscht wird. Dies könnte zum Absterben der Pflanze führen. Besser ist es die Pflänzchen vorsichtig an den Blättern zu halten und aus der Erde zu ziehen.

Beim Einsetzen in die größeren Töpfe sollten die Pflanzen möglichst tief eingepflanzt werden. Ein guter Richtwert hierbei ist, dass die Keimblätter ungefähr 1 cm über der Erde liegen sollten. Das tiefe Einpflanzen hat den Effekt, dass die Tomaten nun weitere Wurzeln am Stängel bilden und somit eine bessere Nährstoffversorgung und einen besseren Halt haben. Als Umtopferde solltet ihr eine lockere und nährstoffreiche Erde verwenden. Wenn ihr die Beeterde verwenden möchtet, solltet ihr ein wenig Kokossubstrat darunter mischen, damit den Erden in den Töpfchen nicht zu hart wird. Auf zusätzlichen Dünger sollte jedoch verzichtet werden!

Tomatenzucht 2020, der große Start mit 24 Sorten. 1
Pikieren der Jungpflanzen in eckige 9×9 cm Pflanztöpfe.

Tipp: Da das Pikieren recht großen Stress für die kleinen Pflänzchen bedeutet, kann man sie am Vortrag mit einer angereicherten Nährstofflösung gießen. Die Pflanzen nehmen die Nährstoffe und das Wasser auf und zehren davon, bis sie im neuen Substrat angewurzelt haben.

Unsere jungen Tomatenpflanzen dürfen nun noch ein bisschen im Gewächshaus bleiben. Nachdem die Eisheiligen vorüber sind und kein Frost in den Nächten mehr zu erwarten ist, werden sie nach und nach ins Bett gebracht.

Natürlich werden wir euch immer über den Zustand unserer Tomatenpflanzen auf dem Laufenden halten. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die verschiedenen Tomatensorten im Freiland machen, wie der Ertrag und vor allem wie der Geschmack sein wird!

Man darf gespannt sein! In diesem Sinne: danke für Lesen, eure Marco.

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