Leo und die Äpfel
Gesundheit und Ernährung,  Natur und Umwelt

Apfelernte im September Dampfentsaften, Apfelmus und jede Menge Würmer.

Was war das für ein tolles Wochenende?! Durch Zufall ist meine Frau auf einen ganz besonderen Flohmarkt in Possendorf aufmerksam geworden. Warum ist gerade dieser Flohmarkt etwas Besonderes? Nun ja es war kein Hof-Flohmarkt, sondern ein Höfe-Flohmarkt. Über das ganze Dorf waren die einzelnen Flohmärkte verteilt. Luftballons am Hoftor zeigten an, dass sich hier ein Flohmarkt befindet. In Summe gab es in 26 Höfen allerlei Trödel, Kleidung, Kinderspielzeug und Dachbodenfunde zu entdecken. Diese Art von Flohmarkt ist einfach super und immer einen Ausflug wert!

Aber genau die Werbetrommel gerührt. Was hat ein Flohmarkt denn mit der Apfelernte zu tun? Einige können es sich sicher schon denken. Ja ich bin auf diesem Flohmarkt fündig geworden. Seit diesem Wochenende bin ich überglücklicher Besitzer eines Dampfentsafters. Für gerade einmal 10€ konnte ich den noch unbenutzten Entsafter mit nach Hause nehmen.

Äpfel auf Fallobstwiese

Voller Vorfreude auf den ersten Versuch, schnappte ich mir am darauf folgenden Sonntag meine Tochter, mobilisierte meine Mutter und ihren Hund Leo und fuhr los um eimerweise Äpfel und Birnen auf einer verlassen Streuobstwiese zu sammeln. Damit wir sichergehen konnten, dass die Früchte auch reif sind, sammelten wir ausschließlich Fallobst. Selbst ohne das gesteckte Ziel des Obstsammelns wäre dieser Sonntagsausflug ein riesen Spaß gewesen. Alleine schon zu beobachten wie meine Tochter mit Leo durch die Baumreihen flitzt und sich mit Händen vor den Augen vor Oma versteckt war die Reise wert.

Nach dem wir erfolgreich 4-5 Eimern Äpfel und einen Eimer Birnen gesammelt haben. Ging es nach kurzen Besuch bei Opa nach Hause. Nun hieß es, die Äpfel und Birnen zu vierteln und den Dampfentsafter vorzubereiten.

Was ist ein Dampfentsafter?

Dampfentsaften der gesamelten Äpfeln

Ein Dampfentsafter ist im Grunde ein spezieller Kochtopf, um aus Obst und Gemüse Saft zu gewinnen. Der Entsafter besteht im Wesentlichen aus vier Teilen.

  1. Der Wassertopf. Hier wird das Wasser erhitzt, um den benötigten Dampf zu erzeugen.
  2. Das Fruchtsieb. Hier werden die zu entsaftenden Früchte eingefüllt.
  3. Der Saftauffangbehälter. Dieser sitzt unterhalb des Siebes und fängt den gewonnen Saft auf. Außerdem besitzt einen Abfüllhahn (meist in Form eines Gummischlauches) um den Saft abfüllen zu können.
  4. Der Deckel. Damit der Dampf nicht einfach entweicht, muss da ganze System noch durch einen Deckel abgeschlossen werden.

Wie funktioniert das Dampfentsaften?

Der Wassertopf wird mit ca. 2,5 Liter Wasser befüllt. Je nach Größe und Modell des Entsafters muss mehr oder weniger Wasser verwendet werden. Auf jeden Fall muss darauf geachtet werden, dass immer ausreichend Wasser im Topf ist, damit der Boden nicht durchbrennt. Das Wasser wird nun zum Sieden gebracht. Währenddessen kann das Obstsieb mit Früchten befüllt werden. Bei mir sollte der erst Saft ein Apfelsaft werden. Also die Äpfel ganz einfach viertel und ab in das Sieb bis dieser voll ist.

Tipp: Schneidet die Früchte nicht zu klein. Durch den heißen Dampf fallen die Früchte in sich zusammen und könne dadurch das Sieb verstopfen.

Vorbereitung zum Dampfentsaften

Nachdem das Sieb befüllt ist und das Wasser kocht, werden alle Teile in ein andere gesetzt. Und das war auch schon die ganze Arbeit. Nun müsst ihr nur noch warten bis der Saft in den Auffangtopf tropft. Je nachdem was für Früchte ihr verwendet, unterscheidet sich die Dauer des Dampfentsaftens.

Buchtipp: Ich verlinke euch mal zwei super Bücher mit Rezepten zum Thema dampfentsaften und eines meiner Lieblingsbücher rund um das Thema Säfte.

Sobald sich der Saft im Auffangtopf gesammelt hat, kann er in sterile vorgewärmte Flaschen abgefüllt werden.

Tipp: Stellt die Flaschen während des Entsaftens einfach oben auf den Dampfentsafter, um sie vorzuwärmen.

Das Ergebnis

Ergebnis des Dampfentsaftens

Direkt vorweg. Das Ergebnis war ernüchternd. Anscheinend habe ich die falsche Apfelsorte gesammelt. Nach dem Dampfentsaften war die Äpfel völlig zerfallen und haben nicht viel Saft abgegeben. Lediglich 1 Liter pro Korbfüllung. Dafür waren die Birnen umso spendabler. Hier habe ich aus einer Korbfüllung über zwei Liter erhalten. Hätte ich die Birnen noch etwas länger entsaftet, wären es sicherlich drei bis vier Liter geworden. Und was soll ich sagen … Der Saft ist einfach köstlich!

Doch ein Problem gab es noch. Selbst nach zwei vollen Ladungen habe ich immer noch einen kompletten Beutel voll mit Äpfeln. Wer hat nur die ganzen Äpfel gesammelt? Nun ja, zum Wegschmeißen sind sie nun wirklich zu schade! Also wird kurzer Hand aus den übrigen Äpfeln und Birnen Mus gemacht. Der Clou dabei: Wenn ihr das Apfelmus mit Birnen verfeinert, könnt ihr komplett auf zusätzlichen Zucker verzichten.

Super einfaches Äpfel-Birnen-Mus Rezept

  • 1 KG zu gleichen Teilen aus Äpfeln und Birnen
  • 125 ml Wasser
  • ½ Zitrone
  • etwas Vanille

Tipp: Je nach Geschmack kann dem Mus eine Prise Zimt hinzugeben werden.

Alles in einen Topf und 15-20 Minuten kochen. Sind die Früchte weich und zerfallen einfach mit einem Kartoffelstampfer alles Zerdrücken und gut durchrühren. Nachdem das Mus fertig ist einfach in sterile vorgewärmte Gläser füllen. Anders als bei Marmelade müsste ihr die Gläser nicht auf den Deckel stellen. Vor dem Verzehr sollte ihr aber unbedingt schauen, dass sich kein Schimmel gebildet hat. Denn egal wie sauber ihr arbeitet, es kann immer etwas mit ins Glas kommen, dass dort nichts zu suchen hat.

Ich hoffe, ich konnte euch etwas motivieren selbst los zuziehen und ein paar Äpfel zu sammeln.

Schreibt mir doch mal in die Kommentare, welche Erfahrungen ihr mit dem Dampfentsaften gemacht habt.

Danke fürs Lesen und viel Spaß bei der Verarbeitung. Eurer Marco.

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