Dörrgut
Gesundheit und Ernährung

Selbst getrocknetes Obst als Alternative zu ungesunden Snacks

Ich liebe es … Am Wochenende auf dem Sofa sitzen, ein guter Film, ein Glas Wein und eine ansehnliche Sammlung der verschiedensten Chips und Naschereien. Und leider sind die Erdnüsse dabei das Gesundeste.

Schon nach den ersten Bissen überkommt einen das schlechte Gewissen und ich denke mir wäre es nicht tausendmal besser, lieber ein bisschen frisches Obst auf zuschneiden? Und was soll ich sagen?! Sicherlich ist so ziemlich alles besser als eine Tüte Kartoffelchips.

Doch jetzt noch einmal aufstehen, in die Küche gehen und das Obst in mundgerechte Happen schneiden? Das nervt, es ist Wochenende! Außerdem geht der Film gleich weiter. (Die beste Ausrede vor Netflix und Co.).

Dörrgut aus Vorratsglas

Dann kommt mir die zündende Idee! Zum Glück haben wir ja noch ein paar Gläser mit getrockneten Apfelringen, Rosinen, Rhabarber sowie Blau- und Erdbeeren im Vorratsschrank. Getrocknetes Obst … Eine tolle Alternative zu den ungesunden Snacks aus dem Supermarkt! Doch stimmt das überhaupt? Wie gesund ist getrocknetes Obst und was steckt nach dem Trocknen noch alles drin?

Wie gesund ist getrocknetes Obst?

Die kurze Antwort direkt vorweg. Getrocknetes Obst ist sehr gesund! So gut wie alle Vitamine und Spurenelemente bleiben bei schonender Trocknung erhalten. Lediglich das stark Wasserlösliche Vitamin C geht beim trocken größtenteils verloren.

Das klingt doch toll. Naschen ohne schlechtes Gewissen! Na ja, ganz so einfach ist es wie immer nicht. Denn auch bei getrocknetem Obst kommt es auf die Menge und die Mischung an. Durch das Trocknen des Obstes verliert es den Großteil seines Wassers und somit auch seines Volumens. Aber der natürlich im Obst enthaltene Fruchtzucker bleibt vorhanden. Dadurch steigt der prozentuale Zuckergehalt stark an. So haben 100 g frische Äpfel ungefähr die gleiche Fruchtzuckermenge wie 30 g getrocknete Apfelringe. Also auch bei Trockenobst gilt die Devise: immer nur in Maßen.

Wie kann ich Obst und Gemüse selber trocknen?

Das Trocknen bzw. Dörren ist eine der ältesten Formen der Konservierungen. Durch den geringen Wasseranteil von ca. 20 % und den hohen Zuckergehalt sind getrocknete Lebensmittel sehr lange haltbar.

Auch die Herstellung ist denkbar einfach. Das Dörrgut wird durch Zuführung von Wärme langsam getrocknet. Dafür wird das Obst, Gemüse oder auch Fleisch in die gewünschte Form geschnitten und in einen Dörrautomaten oder den Backofen gegeben. Als Faustformel gilt, je mehr Wasser im Dörrgut enthalten ist, desto kleiner sollte es geschnitten werden und um so länger braucht es zum Trocknen.

Bei der Trocknung sollte auf die richtige Temperatur geachtet werden. Den je wärmer, desto mehr Vitamine und Aroma gehen verloren. Schon ab 40 °C werden erste Vitamine zerstört. Fertig ist dein Obst und Gemüse wenn es für dich die richtige Konsistenz hat und deiner Meinung nach trocken genug ist.

Für genauere Angaben und Anleitungen wie welches Obst und Gemüse zu trocknen ist, verlinke ich euch hier mal zwei sehr gute Büche zu dem Thema.

Was kann ich alles dörren?

Dörrgut auf Holzbrett

Beim Dörren von Lebensmitteln sind euch fast keine Grenzen gesetzt. Man glaubt gar nicht, was sich alles trocknen lässt. Klar ist, dass ihr eigentlich jedes Obst und Gemüsen dörren könnt. Auch das Dörren von Fleisch und Käse ist möglich. Der Gewürzschrank kann mit den selbst geernteten Kräutern aufgefüllt werden. Aber sogar hochwertige Snacks wie Müsli- und Nussriegel können durch Zugabe von Honig im Dörrautomaten hergestellt werden.

Ihr seht, dass beim Dörren der Fantasie so gut wie keine Grenzen gesetzt sind. Natürlich gibt es Rezepte, die etwas aufwendiger sind und auch sicherlich nicht direkt beim ersten Mal funktionieren. Aber der Aufwand lohnt sich. Besonders wenn man für das Dörren das eigene Obst und Gemüse verwendet, können die Kosten für Snacks enorm reduziert werden. Darüber hinaus sind die getrockneten Lebensmittel bei richtiger Lagerung sehr lange haltbar.

Die richtige Lagerung des Dörrguts ist entscheidend für die Haltbarkeit.

Nachdem ihr euer Dörrgut fertig getrocknet habt, solltet ihr es bei max. 21 °C, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und luftdicht aufbewahren. Wenn ihr verschiedene Lebensmittel gedörrt habt, könnt ihr je nach eigenen Geschmack auch problemlos verschiedene Sorte Dörrgut in ein Behälter aufbewahren. Eine tolle Mischung für Kinder sind Apfel- und Ananasstückchen mit Blau- und Erdbeeren.

Nachfolgend ein paar Beispiel wie lange Lebensmittel nach dem Dörren haltbar sind.

  • Geschnittenes Obst bis zu 5 Jahre (komplette Früchte sind in der Regel weit über 10 Jahre haltbar)
  • Beeren bis zu 5 Jahre
  • Mais und Zwiebeln bis zu 12 Jahre
  • Nudeln bis zu 20 Jahre
  • Kartoffeln bis 30 Jahre
  • Honig, Salz und Zucker sind quasi unendlich haltbar

Ja sogar die selbst gemachten Nudeln können durch Trocknen haltbar gemacht werden. Also ist es gar nicht so schlimm, wenn du mal wieder ein bisschen zu viel Nudelteig gemacht hast!

Danke für das Lesen dieses Beitrags. Tschüss und bis bald. Euer Marco!

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